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Saugrobot.de

Nie mehr selber Saugen ...

Noch mehr über Bürsten

Die Reinigungsleistung einer Walzenbürste auf Teppichen und Auslegeware hängt von drei wesentlichen Faktoren ab: Der Einwirktiefe der Bürste, der Geschwindigkeit mit der die Bürste rotiert und der Walzenbreite.

Einwirktiefe

Die Walzenbürste wird vom Roboter so über den Boden geführt, daß die Spitzen der Borsten zwischen die Teppichfasern eintauchen und durch den Teppich in Richtung der Ansaugöffnung gezogen werden. Je tiefer die Bürste eintaucht, um so mehr Staub kann der Saugroboter zwischen den Fasern herausholen.

Leider steigt dabei auch das benötigte Drehmoment zum Durchdrehen der Walzenbürste: Für eine wirklich tiefe Reinigung des Bodens ist ein leistungsstarker Antrieb der Bürste erforderlich, der einen Großteil der Akkuleistung verbraucht. Die Belastung für den Antrieb ist sehr hoch, sind die Bauteile zu schwach ausgelegt wird der Antrieb der Walzenbürste schnell verschleißen.

Wird die Bürste dagegen nur leicht auf den Teppich aufgesetzt, streicheln die Borsten nur noch über die Oberfläche und die Fasern werden von der Bürste nicht mehr erfaßt. Der Leistungsbedarf der Walzenbürste sinkt und damit leider auch der Reinigungseffekt. Im Gegenzug können leichtere, schwächere Bauteile für die Walzenbürste eingesetzt werden.

Schleudereffekt

Bei Saugrobotern mit Walzenbürste hat die Rotation der Bürste einen großen Anteil am Transport von Partikeln in die Filterbox. Durch schnelles Rotieren der Walzenbürste erreicht der Saugroboter einen Schleudereffekt der die Partikel mehrere Zentimeter ohne weitere Einwirkung transportieren kann. Beim Leifheit-Bürstenroller aus den 60er Jahren reichte dieser Effekt aus um den kompletten Staub in die Staub-Boxen zu werfen.

Je schneller die Walzenbürste rotiert, um so weniger Kraft muß der Lüfter des Saugteils aufbringen um Staub und Partikel in der Filterbox aufzufangen. Je schneller die Bürste rotiert, um so mehr Energie wird aber auch für den Antrieb der Walzenbürste verwendet.

Bei den meisten Saugrobotern sind die Borsten wellenförmig angeordnet, so daß die Partikel durch die Walzenbürste in die Mitte der Bürste zum Saugschlitz transportiert werden. Auch dieser Effekt wirkt stärker je schneller die Walzenbürste rotiert.

Dreht die Bürste dagegen zu langsam, springen die Partikel nicht mehr vom Boden hoch und werden nur noch von der Walzenbürste weitergeschoben. Der Roboter benötigt jetzt eine höhere Saugkraft um die Partikel aufzunehmen. Schwere Partikel können dann schon mal liegen bleiben.

Walzenbreite

ein Saugroboter mit einer breiten Walzenbürste, wie z.B. der Supportplus F1 Reinigungsroboter erfaßt in einem Arbeitsgang eine weitere Fläche und benötigt eine geringere Fahrstrecke um die selbe Fläche zu reinigen wie ein Roboter mit schmaler Walzenbürste (in meinem Beispiel der Siemens VSR 8000 Sensor Cruiser). Der F1 schafft letzlich die doppelte Fläche in einer Fahrt.

Eine breitere Walzenbürste benötigt jedoch auch eine breitere Aufnahme für den Staubsauger oder die Walzenbürste muß die Partikel über einen weiteren Weg von außen zum Ansaugschacht führen.

Beim Siemens VSR8000 ist der Ansaugschacht fast genau so breit wie die schmal geratene Walzenbürste, so daß die Bürste die Partikel effektiver in den Ansaugschacht einbringen kann und weniger Energie für den Sauger benötigt. Der VSR 8000 ist daher deutlich leiser, muß aber mehr als die doppelte Strecke fahren um die selbe Fläche zu reinigen.

Zwei Modelle im Vergleich

Die Kunst den Saugroboter effektiv reinigen zu lassen liegt im Ausgleich: Eine breite Walzenbürste mit großer Einwirktiefe und schneller Rotation liefert den saubersten Teppich. Dafür bleibt der Roboter nach 5 Minuten stehen: Der starke Antrieb benötigt zu viel Energie. Wird die Walze etwas angehoben und verkleinert, dann verschlechtert sich die Reinigungsleistung.

Der Supportplus F1 Reinigungsroboter hat eine breite Walzenbürste und ein sehr große Einwirktiefe, die erstaunlich viele Staubfasern aus den Tiefen des Teppichbodens holt. Der Roboter holt selbst dann noch Staub aus dem Boden wenn der Teppich vorher mit einem Vorwerk-Bürstensauger bearbeitet wurde. Die Bürste transportiert Partikel und Fasern zu einer schmalen mittig angeordneten Ansaugöffnung und benötigt deshalb einen (laut-)starken Lüfter um den die Partikel in die Filterbox zu bekommen. Ein vergleichsweise riesiger Akku mit 3000mAh sorgt für Ausdauer, trotzdem pausiert der F1 oft an der Ladestation.

Leider hat die Gründlichkeit ihren Preis: Der Antrieb der Walzenbürste verschleißt sehr stark und bei meinem zweiten F1 erledigte der Dauerbetrieb auf Teppichboden das Nylon-Antriebsritzel des Bürstenmotors. Die Motorachse fing irgendwann an durchzurutschen und das Ritzel schmolz durch die Reibungshitze. Zusammen mit der problematischen Ersatzteil-Situation bedeutete dies letztlich das Aus für den Saugroboter.

Der Siemens VSR 8000 Sensor Cruiser arbeitet mit einer geringeren Einwirktiefe. Wenn der Saugroboter über den Teppich fährt sind geringere Spuren im Flor zu erkennen. Die schmale Bürstenwalze rotiert dafür schnell genug um auch große Partikel in die Filterbox zu schießen und die breite Ansaugöffnung mit dem sehr leisen Lüfter nimmt den Schmutz sehr effektiv auf.

Die schmale Bürstenwalze und die etwas geringe Einwirktiefe ermöglichen den Einsatz eines kleinen 1700mAh-Akkus und schonen die Bauteile. Auch wenn der VSR 8000 deutlich längere Wege fahren muß um die selbe Fläche abzudecken, habe ich hier im Dauerbetrieb auf Teppich noch keinen Verschleiß bemerken können.


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